LEO FEHRENBERG das Bläserkorps der KJS Essen
Zwischen geschichtsträchtiger Tradition und der Neuzeit
Was wohl alle Jäger verbindet ist neben dem Wunsch nach Zeit in der Natur, der
Hege und Pflege des Wildes, sowie einer nachhaltigen Ressourcennutzung vor allem das Gefühl der Dankbarkeit ein Teil von etwas zu sein was von jeher, über Generationen hinweg und allen Widrigkeiten der Neuzeit zum Trotz sich der Erhaltung des Wildes und seines Umfeldes widmet, nämlich der waidgerechten Jagd.
Diese ist unweigerlich mit Respekt vor der Natur, Traditionen, Brauchtum und wohl auch dem einen oder anderen Getränk in Gesellschaft am Streckenplatz oder beim Schüsseltreiben verbunden ist.
Das ist es, was die Jagd geprägt und bis heute erhalten hat. Gerade deswegen ist auch weiterhin der Erhalt von Handwerk und Verantwortung, von Tradition und gelebtem Brauchtum so wichtig. Die Jagd ist ein Teil der Kulturlandschaft und beinhaltet gelebtes Brauchtum und als solches ist auch unweigerlich das Jagdhornblasen als Tradition des Deutschen Jagdwesens damit fest verbunden.
1946 nach den Wirren des Krieges, aus der Not der Jägerschaft heraus, die Jagd nicht ausüben zu dürfen, ergriff Kreisjägermeister Leo Fehrenberg die Initiative, die Tradition des Deutschen Jagdwesens durch das Jagdhornblasen wiederzubeleben. Er scharte einige Jagdhornbläser um sich, „organisierte“ weitere Instrumente und erweiterte damit den Kreis der Bläser. Aus dieser Ursprungsidee entstand über die Jahre und Dank vieler über die Maßen engagierter Korpsführer, musikalischer Leiter und vieler weiterer Mitstreiter ein preisgekröntes, bundesweit bekanntes und mit zahlreichen, hochtrainierten Bläsern bestücktes Vorzeigekorps.
(Ein detaillierter Zeitabriss kann unter der Geschichte des Bläserkorps Leo Fehrenberg eingesehen werden.)
Wie überall in dieser schnelllebigen Welt ändern sich aber auch die Zeiten und durch erheblichen landesweiten Nachwuchsmangel und den nicht an den aktiven Mitgliedern vorbeigehenden Alterungsprozess hatten viele Bläserkorps, so auch Leo Fehrenberg sehr starke Einbußen zu verzeichnen. Das angestrebte und weiterhin bestehende Ziel dem Bläserkorps wieder zu ehemaligen Glanz und Bedeutung zu verhelfen ist eine große und anstrengende Aufgabe und wohl eher ein Marathon als ein Sprint.
In der Neuzeit, wo es kaum möglich ist Familie und Beruf unter den Jagdhut zu bekommen, waren zunächst der Erhalt des bestehenden Korps, die Steigerung der Attraktivität, der Abbau von eventuell bestehenden Vorurteilen, gezielte Werbung und damit einhergehend die Nachwuchsgewinnung oberstes Ziel.
Das Jagdhornbläserkorps Leo Fehrenberg zeigt im 80. Jahr seines Bestehens einen Querschnitt der Gesellschaft, ein „gemischter Haufen aus Alt und Jung, aus traditionell und modern, aus Altbläser mit langer Korpserfahrung und blutigen Anfängern, aus „Sofortkönnern“ und „langsam Lernern“. Was uns aber eint ist der Spaß in der Gemeinschaft des Korps, die Freude am Jagdhornspielen und das gute Gefühlt ein wichtiges Stück Brauchtum vor dem Aussterben zu bewahren und das, was Leo Fehrenberg damals begonnen hatte weiter zu führen.
Denn seien wir mal ehrlich, wer will schon eine Drückjagd ohne Hörner oder eine Hubertusmesse mit abgespielten Musikstücken aus der Lautsprecherbox.
Das Bläserkorps Leo Fehrenberg bietet aufgrund der fachkundigen musikalischen Leitung durch Frank Düppenbecker sowohl das Erlernen des Jagdhorns von Grund auf bis zur Erlangung des Bläserhutabzeichen an, als auch das ständige Verfeinern der bläserischen Fähigkeiten. So wird u.a. das Mitwirken an Hubertusmessen, die Begleitung von jagdlichen Veranstaltungen, auch nicht zuletzt die musikalische Begleitung von Jägern auf ihrem letzten Weg und anderen jagdlichen Gelegenheiten möglich.
Das Vertrauen der „Alt-Fehrenberger“ auf die neue Generation und den Mut der „Neu-Fehrenberger“ sich bereits kurz nach dem Erlenen des Instruments, in gerademal „Mindest-Stärke“, vor Publikum zu zeigen und u.a. Hubertusmessen abzuhalten, zeigt die Bereitschaft und den Willen, die Kreisjägerschaft Essen wieder öffentlichkeitswirksam zu präsentieren. Zu den festen Terminen soll zukünftig auch wieder die Teilnahme an Wettbewerben gehören.
Mit dem festen Willen die Kreisjägerschaft Essen wieder musikalisch mehr in den Vordergrund zu rücken benötigen wir allerdings weiterhin eins
…DICH…
Wir freuen uns über jeden in unseren Reihen, egal ob Anfänger oder Profi. Frei nach dem Motto „locker und leicht“ möchten wir das Bläserkorp Leo Fehrenberg in einer geselligen Runde, mit Spaß am Jagdhornspielen, aber auch mit dem Willen und persönlichen Anspruch zu einem für die Kreisjägerschaft repräsentativen und personell gut aufgestellten Korps entwickeln.

Hegering Essen-Bredeney 2022.
